Limes, Sense ULTRA & morituri te salutant

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ultra_1Seit zwei Wochen liegen meine neuen Schuhe originalverpackt im Karton in der Ecke und warten ungeduldig auf ihren ersten Einsatz im Gelände. Ein Mix aus kindlicher Vorfreude und zugleich hohen Erwartungen an die Hi-Tech Schlappen aus Annecy machen sich innerlich bemerkbar. Zum Frühstück gibt es eine große Portion Porridge und parallel wird ein kurzes Wetter- und Streckenbriefing für eine 40k Route durchgeführt. Trinkrucksack bleibt daheim - take what the trail gives you – ! Telefon, 2 Gels, Ambit, Sonnenbrille und mein MP3-Shuffle (geladen mit DM “Delta Machine”) sollten der einzige Ballast an diesem Morgen sein. Die ersten 12km verlaufen bei mir immer schleppend, bis sich Puls und Rhytmus eingependelt hat, dafür sitzen die Schuhe wie angegossen. Genau bevor es auf den schnellen Wurzeltrail geht finde ich nun auch die richtige Haftung. UNESCO Weltkulturerbe im schwäbisch – fränkischen Wald steht da auf einem Parkplatzschild geschrieben. Alleine unterwegs in den Wäldern von Germania Superior - Obergermanien denke ich mir, und springe über einen alten Grenzstein der schief aus dem Waldboden ragt. Richtig, nur unweit von hier muss der obergermannisch-raetische Limesverlauf sein – die Gedanken nehmen ihren Lauf und das ist gut so, denn so kann man mühelos Kilometer fressen. Ich denke an die römischen Legionen die hier vor knapp 2000 Jahren genau wie ich durch die Wälder zogen – kurzer A-Check – Kilometerstand – Muskulatur – Schuhwerk nix zwickt und kein Stein im Schuh und schon bin ich wieder dem Gedankensalat verfallen. Legionarus Principalis - müssen drahtige Burschen gewesen sein diese Typen, mit all dem Krims-Krams am Körper, kilometerweite Tagesmärsche in Sandalen und vor lauter Ehrfurcht lege ich noch ein Brikett nach und stürze mich ins Unterholz in eine abschüssige, matschige Waldschneise. Vor wenigen Tagen müssen hier noch Baumfällarbeiten zur Holzgewinnung für Palisaden oder zum Ausbau eines Kastells stattgefunden haben. Eine Gruppe römischer Auxiliartruppen mit bunten Kopfbedeckungen richten mir am Ende des Pfads bedrohlich ihre Pila – Wurfspiese entgegen. Guter Rat ist teuer – was tun? Ich entscheide mich erstmal für ein spontanes Salve Caesar und erzähle, dass ich ein Tribun des Trails bin und mich für einen Wettkampf in den Alpen vorbereite, sozusagen ein concursus alpinus. Irgendwie nahm das Missverständnis seinen Lauf und das Bufftuch und die Kompressionstulpen an meinen Waden passten so ganz und garnicht zu den Farben der Standarten dieser Legion.Panem et circenses – Latium via Claudia Augusta murmelt einer der Konsorten und rückt mir mit seiner blanken Lanze näher auf die Pelle. Im MP3 kommt No Good und Dave Gahan flüstert mir …. you can run but you cannot hide ins Ohr.
Genau das mach ich dann auch, ein flinker Haken den steilen Wiesenhang hinauf – morituri te salutant, meint ihr Idioten etwa ich hätte Gladiator nicht gesehen? Freies Gelände, die Sonne scheint und es weht ein kühler Wind der jedoch im Tal spürbar abnimmt, so dass ich die letzten Kilometer im Shirt absolviere……geschafft 40k im profilierten Gelände in 03h:41min.
Zufriedenheit kehrt ein – und wie passt nun die Überschrift Limes, Salomon Sense Ultra und der ganze Römerquatsch zusammen? Es hat mir die Zeit ungemein verkürzt und mich trittsicher und schnell über den Trail geführt – und dass es sich bei den Söldnern um weißhaarige Nordic Walker handelte sollte euch auch nicht weiter stören.

2 Kommentare

  1. Salve Timo,
    herzlichen Dank für Deinen launigen Bericht. Weiterhin viel Erfolg bei Deinen Läufen und immer auch ein Auge auf die Umgebung.
    Gefällt mir.
    Dieter

  2. Danke für deinen Kommentar und dein Engagement im Laufsport.
    Bis zum nächsten Mal.
    Timo

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